Psychologische Praxis Laura Rinnert
Stilles oder maskiertes ADHS - wenn man es lange nicht bemerkt...
ADHS sieht nicht bei jedem Menschen gleich aus. Gerade bei Frauen bleibt ADHS häufig lange unerkannt. Nach außen wirken sie oft organisiert, zuverlässig und erfolgreich – und trotzdem kostet sie der Alltag unglaublich viel Kraft.
Viele Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens Kompensationsstrategien, um Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit, Organisation, Impulsivität oder innerer Unruhe auszugleichen. Sie funktionieren, planen, strukturieren und versuchen, alles im Griff zu behalten. Von außen ist davon oft wenig zu sehen.
Ein erfolgreicher Lebenslauf, gute schulische oder berufliche Leistungen oder ein gut strukturierter Alltag schließen ADHS deshalb nicht automatisch aus.
Häufig zeigt sich erst im Laufe der Zeit, wie viel Energie diese Strategien tatsächlich kosten. Belastende Lebensereignisse, Veränderungen im Alltag oder auch hormonelle Veränderungen können dazu führen, dass bisher gut funktionierende Kompensationsstrategien nicht mehr ausreichen. Nicht selten entstehen dadurch zusätzlich Erschöpfung, Ängste oder depressive Beschwerden.
Besonders bei Frauen lohnt sich deshalb ein genauer Blick: Was steckt hinter den Schwierigkeiten - und wie lange bestehen sie schon?
In meiner Praxis liegt mitunter ein besonderer Schwerpunkt auf der ADHS-Diagnostik bei Frauen. Gleichzeitig sind selbstverständlich auch Männer und alle anderen Menschen, die sich mit dem Thema ADHS auseinandersetzen möchten, mitinbegriffen.
Eine sorgfältige Diagnostik betrachtet dabei nicht nur aktuelle Beschwerden. Auch die persönliche Lebensgeschichte, Erfahrungen aus Kindheit und Jugend, Fragebögen und psychologische Testverfahren sowie die individuelle Lebenssituation spielen eine wichtige Rolle.
Denn ADHS muss nicht immer laut und offensichtlich sein. Manchmal steckt dahinter jahrelanges Fuktionieren ob bei einer Frau oder einem Mann.